DAS MAGAZIN ZUM
2. SCHWEIZER DIGITALTAG
25. OKTOBER 2018

digitalswitzerland

Social Media

Daten & Vertrauen

Arbeit & Beruf

Leben & Gesellschaft

Sponsored

DAS MAGAZIN ZUM 2. SCHWEIZER DIGITALTAG 25. OKTOBER 2018

55 Fragen zur Digitalisierung
Peter Hossli

Wann sind Maschinen schlauer als wir? Machen uns Facebook & Co süchtig? Wie digital ist das Sexleben? Wir geben Antworten auf diese und 52 andere Fragen.

Immer online, immer bereit für ein Selfie: Massive-Attack-Konzert in Pula, Kroatien.
Jelena Jankovic

1. Sind alle Menschen online?

Nein, mit 54,5 Prozent etwas mehr als die Hälfte. Von den rund 7,64 Milliarden Erdenbürgern haben 4,16 Milliarden Zugang zum Internet. In Nordamerika ist der Anteil mit 95 Prozent am höchsten, in Afrika mit 35,2 Prozent am tiefsten. In Europa liegt er bei 85 Prozent, in Asien bei 48,1 Prozent.

2. Wie viele Schweizer sind online?

Gemäss Bundesamt für Statistik benutzen 91 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer das Internet mindestens einmal pro Woche. Damit liegt die Schweiz hinter Spitzenreiter Norwegen (96 Prozent) aber vor Italien (69 Prozent).

3. Ist unser digitaler Fussabdruck permanent?

Ja, denn es ist billiger, etwas permanent zu speichern, als es später zu löschen. Unsere digitalen Bewegungen bleiben bestehen.

4. Wie viel Strom verbraucht das digitale Leben?

Die University of Berkeley beziffert den Stromverbrauch der Amerikaner für den Internet-Gebrauch auf 70 Milliarden Kilowattstunden jährlich. Dafür sind acht Kernkraftwerke nötig oder doppelt so viele Solarzellen, als derzeit in den USA existieren. Im Jahr 2025 dürfte die Digitalisierung ein Fünftel des weltweiten Stroms verbrauchen.

5. Warum ist Google so mächtig?

93 Prozent des Internet-Verkehrs werden heute durch Suchmaschinen generiert. 96 Prozent aller Suchabfragen auf mobilen Geräten laufen derzeit über Google. Im Schnitt verzeichnet Google 63 000 Abfragen – pro Sekunde.

6. Ersetzt gesprochene Sprache irgendwann die Tastatur und den Touchscreen?

Ja, und zwar rasant. Im Jahr 2017 stieg die Anzahl Suchabfragen durch Sprache um 60 Prozent. Im Jahr 2020 soll die Hälfte aller Abfragen mündlich in Auftrag gegeben werden. Bereits 55 Prozent aller Teenager benutzen jeden Tag die Sprache als Eingabe, bei den Erwachsenen sind es bereits 44 Prozent.

7. Sind Bots – Computerprogramme – eine Konkurrenz für den Lebenspartner?

Im Jahr 2020 führen die meisten Menschen mehr Gespräche mit Bots als mit dem Partner, schätzt die Analyse-Firma Gartner.

8. Wann werden Maschinen sich mit künstlicher  Intelligenz selber verbessern?

Die Zukunftsforscher sprechen von technischer Singularität, dem Zeitpunkt, an dem Computer von Computern lernen. Der Begriff stammt aus dem Jahr 1958. Das Jahr, in dem die technische Singularität eintreten würde, wurde jedoch immer wieder verschoben. Umfragen in den Jahren 2012 und 2013 haben ergeben, dass Wissenschaftler den Zeitpunkt irgendwann zwischen 2040 und 2050 erwarten. Andere meinen, er komme plötzlich und sei nicht voraussehbar.

Erster AI-Roboter mit Pass: Sophia wurde in Hongkong entwickelt und ist saudi-arabische Staatsbürgerin.
Matthew Shave for Stylist Magazine

9. Wie viele Mitglieder zählt der soziale Milliarden-Klub?

Drei. Facebook hat 2,23 Milliarden aktive Benutzerinnen und Benutzer, Youtube 1,9 Milliarden und die Facebook-Tochter Instagram eine Milliarde.

10. Apple hat dank dem iPhone eine Börsenkapitalisierung von über einer Billion Dollar erlangt. Kann der Konzern überhaupt noch weiter wachsen?

Bei Smartphones und Computern dürfte eine gewisse Saturierung einsetzen. Die Apple Watch hat nicht das gleiche Potenzial wie das iPhone. Es gibt allerdings ein Gadget, das perfekt auf die Apple-Philosophie zugeschnitten ist: das smarte Auto. Gelingt es Apple, zum richtigen Zeitpunkt ein selbstfahrendes, cooles Elektromobil zu lancieren, ist der Konzern wohl bald zwei Billionen Dollar wert.

11. Ist künstliche Intelligenz der menschlichen überlegen?

Das auf künstlicher Intelligenz basierende System DeepMind von Google schaute 5000 Stunden Fernsehen und war nachher 34 Prozent präziser beim Lippenlesen als ein Profi.

12. Im März starb eine Frau in Arizona nach dem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto. Ist dies das Ende der Technologie?

Mitnichten. Autonome Autos haben das Potenzial, Millionen von Leben zu bewahren. Jährlich sterben 1,25 Millionen Menschen auf der Strasse, 50 Millionen verletzen sich. Zu 95 Prozent ist menschliches Versagen schuld. Selbstfahrende Autos machen fast keine Unfälle und verhindern Staus.

Selbstfahrend: Google Car

13. Was ist die wichtigste Voraussetzung für selbstfahrende Autos?

5G! Um die Infrastruktur für die 5. Generation der drahtlosen Übertragungstechnologie bereitzustellen, sollen in den nächsten Jahren 225 Milliarden Dollar investiert werden, haben Analysten von Morgan Stanley berechnet. 5G kann mobile Daten bis zu 1000-mal schneller übertragen, als dies heute geschieht. Davon profitieren nicht nur selbstfahrende Autos, möglich wird auch die mobile Übertragung riesiger Datenpakete und somit das Internet der Dinge.

14. Wann werden mehr elektrisch betriebene Autos als Benziner verkauft?

Ab 2040 dürfen auf französischen und britischen Strassen nur noch Elektromobile verkehren. China – mit einem Drittel aller Autos – hat letztes Jahr bekannt gegeben, voll auf elektrische Autos zu setzen, allerdings ohne Datum. Autokonzerne gehen davon aus, dass zwischen 2020 und 2030 der Punkt kommt, an dem sie mehr E-Mobile verkaufen werden.

15. Warum ist Augmented Reality mehr als ein Hype?

Gartner schätzt, dass im Jahr 2020 bereits 100 Millionen Menschen in einer Augmented-Reality-Welt einkaufen werden. Ein Jahr später schon soll sich eine Milliarde regelmässig auf AR-Plattformen aufhalten. Bereits heute ist AR ein Erfolg. Das AR-Videogame Pokémon Go ist in nur zwei Monaten 500 Millionen Mal runtergeladen worden und hat in 90 Tagen einen Umsatz von 600 Millionen Dollar erzielt.

Marc Walder, CEO Ringier, über AR

16. Welches Land wird beim mobilen Internet die Vormacht haben?

Ganz klar China. 2020 werden rund 70 Prozent der Internet-Einkäufe in China via mobiles Telefon durchgeführt. Das sind sehr viel mehr als in anderen Ländern: Die USA folgen mit 46 Prozent, Grossbritannien und Japan mit 40 Prozent, Indien mit 30 Prozent.

17. Macht die Digitalisierung den Menschen krank?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt die Online-Spielsucht seit Juni 2018 offiziell als Krankheit. Schätzungen gehen von 70 000 Internetsüchtigen in der Schweiz aus, in Deutschland sollen es rund eine halbe Million sein.

18. Was ist Internetsucht?

Die Krankheit ist vergleichbar mit Spielsucht. Betroffene verlieren die Selbstkontrolle, darunter leiden ihr Sozialleben und der Geisteszustand. Die Folge sind Vereinsamung, Konzentratiosschwäche und eine verzerrte Wahrnehmung der Realität. Körperliche Folgen können Übergewicht, Sehstörungen und andauernde Kopfschmerzen sein.

19. Sind wir abhängig vom Handy?

Im Schnitt sind Menschen unter 30 Jahren pro Tag vier Stunden am Handy. Viele können sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen und zeigen Entzugserscheinungen, wenn sie es verlieren.

Das Handy ist für jung und alt zu einem festen Bestandteil des Lebens geworden.
Shutterstock

20. Machen uns die Firmen im Silicon Valley gezielt abhängig?

«Brainhacking» heisst der Ausdruck, der unter Kritikern der Digitalisierung kursiert. Es sei «der Versuch, durch psychologische oder auch direkte technische Eingriffe das menschliche Gehirn zu beeinflussen», sagt Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel, die darüber ein Buch geschrieben hat. Gezielt würden Entwickler ihre Apps so programmieren, dass wir nicht mehr davon loskommen. Die Technologie könne ins Gehirn eingreifen und unser Denken verändern.

21. Werden wir irgendwann gegen Internetabhängigkeit klagen können?

Firmen wie Apple, Facebook oder Twitter fangen an, ihre Kunden auf die Gefahren der digitalen Abhängigkeit aufmerksam zu machen – ähnlich wie das Zigarettenhersteller nach hohen Schadenersatzzahlungen heute tun müssen. Bei den Betriebssystemen Android und iOS werden Tools eingebaut, mit denen das Nutzerverhalten überwacht werden kann. Instagram plant etwas Ähnliches. Damit wollen die Konzerne verhindern, dass ihnen die Verantwortung für die Verzombisierung der Gesellschaft zugeschoben wird.

22. Wie wichtig ist das Internet bei Kaufentscheidungen?

92 Prozent aller Kunden vertrauen persönlichen Tipps, 70 Prozent hören auf Kritiken im Internet.

23. Wem gehört die Zukunft?

Weltweit kaufen, unterhalten und informieren sich Menschen vermehrt online. Zwei Konzerne decken dieses Bedürfnis besonders ab: Amazon und Facebook.

So gross wie neun Fussball­felder: Blick in das Logistik­zentrum von Amazon in Rugeley (GB).
Ben Roberts/PANOS

24. Wie verändert die Digitalisierung in Zukunft die Arbeitswelt?

Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass 65 Prozent der heutigen Erstklässler einen Job ausüben werden, der momentan noch gar nicht existiert.

25. Wer sind die mächtigsten digitalen Player?

Die sechs grössten Firmen der Welt – Apple, Amazon, Alphabet (Google), Microsoft, Facebook und Alibaba – sind Konzerne, die ihr Geld hauptsächlich im digitalen Geschäft verdienen. Noch vor zehn Jahren führten Erdölkonzerne die Liste an.

26. Wie viel wird jährlich für IT ausgegeben?

Im Jahr 2017 gaben Firmen und Staaten weltweit 3,5 Billionen Dollar für IT aus, im laufenden Jahr sollen es bereits schon 3,7 Billionen sein, also 3700 Milliarden Dollar.

27. Wer liegt vorn – Amazon oder Facebook?

Börsenanalysten bevorzugen Facebook. Wer allerdings einen etwas längeren Horizont hat, setzt eher auf Amazon. Vor allem da der Retail-Riese in andere Felder vorgedrungen ist und in den Bereichen Unterhaltung, Werbung, AI und News stark ist.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (l.) vs. Amazon-Gigant Jeff Bezos: Wer ist mächtiger - wem gehört die Zukunft?
Getty Images

28. Sind die Digital-Bosse die neuen Ölbarone?

Mit Nullen und Einsen lässt sich längst mehr verdienen als mit Erdöl. Von den zehn reichsten Menschen sind sechs in der Tech-Branche tätig. Mit einem Vermögen von 155 Milliarden Dollar ist Amazon-Gründer Jeff Bezos der mit Abstand reichste Mensch, gefolgt von Microsoft-Gründer Bill Gates mit 97 Milliarden Dollar.

29. In welchen Ländern sind Menschen am längsten in den sozialen Medien?

Seit drei Jahren liegen die Philippinen vorne, wo ein Nutzer im Schnitt vier Stunden pro Tag in den sozialen Netzwerken verbringt, gefolgt von Brasilien. Indonesien und Thailand belegen die Plätze 3 und 4.

30. Wann werden die digitalen Medien das Fernsehen ablösen?

Das haben sie letztes Jahr bereits getan. Erstmals verbrachten Deutsche im Schnitt mehr Zeit mit digitalen Medien (226 Minuten pro Tag) als vor dem Fernseher (223 Minuten).

31. Sind Bitcoins Energiefresser?

Der Blockchain-Experte Alex de Vries sagt, das Bitcoin-System habe einen höheren Energiebedarf als viele Staaten. Er liege bei 67 Terawattstunden pro Jahr. Zum Vergleich: Der jährliche Stromverbrauch der Schweiz lag 2017 bei 58,5 Terawattstunden.

Bitoin Mining Farm: Hier werden neue Bitcoins errechnet.
Shutterstock

32. Wie populär ist Blockchain?

Die Technologie ist etwa dort, wo das Internet vor zwanzig Jahren war. Weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung benutzt Blockchain, während 55 Prozent das Internet nutzen. Bis 2024 soll der globale Blockchain-Umsatz auf 20 Milliarden Dollar anwachsen.

33. Welche sind die beliebtesten CEOs der Tech- Branche?

Die Personalfirma Glassdoor befragte das Personal von 100 Tech-Firmen nach ihrem Chef. Apple-CEO Tim Cook kam dabei nur auf Rang 25, Sundar Pichai von Google belegt Platz 18. An der Spitze steht Eric S. Yuan von der Videokonferenz-Firma Zoom, gefolgt von Daniel Springer, CEO der E-Unterschriftsfirma Docusign. Der drittbeliebteste ist Jeff Weiner von LinkedIn.

34. Welche Jobs sind warum durch die Digitalisierung gefährdet?

Drohnen ersetzen Postboten; Roboter putzen die Fenster; Chatbots statt Menschen beantworten Anfragen in Call-Centern; Computer erledigen die Arbeit des kaufmännischen Personals; Roboter-Kassen haben die Kassiererin ersetzt.   

35. Welches sind die Jobs der Zukunft?

Der Rationalisierung durch Computer dürften hochqualifizierte und kreative Jobs standhalten, geht aus einer Studie der Oxford University hervor. Stark wachsen wird das Segment der IT-Branche, gross bleibt die Nachfrage in den Pflegeberufen sowie im Umweltschutz.

36. Wie digital ist das Schweizer Geld?

In der Schweiz sind etwa 17 Millionen Kredit- und Debitkarten im Umlauf. Schweizerinnen und Schweizer kaufen damit über eine Milliarde Mal pro Jahr ein. Laut einer Umfrage von Comparis nutzen aber nur 3 Prozent das Handy zum Zahlen. Nur 1 Prozent nennt Apps als bevorzugtes Zahlungsmittel.

Digitale Zahlungsmittel: Braucht es einst keine neuen Noten von der Schweizer Nationalbank mehr?
KEYSTONE/Peter Klaunzer

37. Wie digital ist die Vermögensverwaltung?

Sogenannte Robo Advisor sind günstig und so gut wie herkömmliche Kundenberater. Die führenden Schweizer Anbieter True Wealth und Swissquote verwalten gemäss «Cash» lediglich 100 respektive 200 Millionen (per Ende 2017) nach diesem System – ein Klacks im Vergleich zu den über 6650 Milliarden, die Schweizer Banken verwalten.

38. Was ist ein EPD?

Das elektronische Patientendossier (EPD) speichert alle behandlungsrelevanten Informationen zum Gesundheitszustand eines Patienten: individuelle Befunde, Labordaten, Impfungen, Rezepte. Der schnelle Zugriff erlaubt sichere Diagnosen, kann bei einem Notfall Leben retten – und das EPD spart Kosten, weil viele Abklärungen nicht wiederholt werden müssen.

39. Wann kommt das EPD in die Schweiz?

2015 hatte der Bundesrat die Einführung des EPDs per Bundesgesetz beschlossen, 2017 trat es in Kraft. Heute bieten erst in Genf und in Basel Spitäler das EPD an. Bis 2020 sind alle Spitäler in der Schweiz dazu verpflichtet.

40. Was verspricht sich die Medizin von Big Data?

Algorithmen sind in der Lage, genomische Daten schnell zu analysieren. Biomediziner erhoffen sich, die Erhebung genomischer Daten könnte die Medizin voranbringen, weil die DNA-Sequenzierung präzise Informationen über das Erbgut gibt.

41. Wie unterscheiden sich Männer und Frauen beim Online-Daten?

30 Prozent der Frauen bitten Freundinnen beim Erstellen ihres Profils um Hilfe, das machen nur 16 Prozent der Männer. Von 100 Personen, die online oder in Apps nach der Liebe suchen, sind 52,4 Prozent Männer und 47,6 Prozent Frauen.

42. Wann sind die ersten selbstfahrenden Autos auf unseren Strassen unterwegs?

Früher, als viele denken. General Motors will 2019 ein selbstfahrendes Auto auf den Markt bringen. Die Intel-Tochter Mobileye stellt dies für 2021 in Aussicht. Googles Waymo will bereits Ende 2018 Passagiere selbstfahrend transportieren. Audi und Volvo wollen 2020 so weit sein.

So stellte man sich einst die Autos der Zukunft vor: Schweben werden sie vorerst nicht, aber immer öfter autonom fahren.
plainpicture/cgimanufaktur

43. Wie digital ist das Sexleben?

Viele Menschen suchen heute ihre Partner online. Dating-Apps wie Tinder, Lovoo oder Badoo haben weltweit über 200 Millionen Mitglieder. Bei Tinder soll pro Tag 1,4 Milliarden Mal über das Display gewischt werden.

44. Wie gross ist der digitale Pornomarkt?

Porno-Seiten haben mehr Nutzer als Netflix, Amazon und Twitter zusammen. 35 Prozent der Downloads und 30 Prozent der übermittelten Daten sind Pornografie. 12 Prozent aller Internet-Inhalte sind pornografisch. Im Jahr 2016 wurden fast 92 Milliarden Pornovideos im Internet geschaut – das sind 12 Videos für jeden Erdenbürger.

45. Wie viel Umsatz wird mit Internet-Pornografie verdient?

Schätzungen gehen von jährlich bis zu rund 100 Milliarden Dollar aus.

46. Was ist E-Voting?

Mittels E-Voting sollen wir über das Internet abstimmen und wählen können. Es würde eine orts-und zeitunabhängige Stimmabgabe möglich machen.

47. Wann kann die Schweiz elektronisch wählen und abstimmen?

E-Voting ist umstritten. Befürworter sagen, mehr Menschen würden am politischen Prozess teilnehmen. Gegner sagen, das öffne Tür und Tor für Manipulationen. Geht es nach dem Bundesrat, soll bis 2019 eine Mehrheit der Kantone die elektronische Stimmabgabe ermöglichen.

48. Wie viel Schaden verursacht Cyber-Kriminalität?

Gemäss der Beraterfirma Cybersecurity Ventures wächst der weltweite Schaden bis 2021 auf sechs Billionen Dollar an, von drei Billionen im Jahr 2015. Damit ist die Cyber-Kriminalität profitabler als der gesamte Drogenhandel.

Alle 40 Sekunden wird eine Firma von Hackern angegriffen - meistens folgt danach die Erpressung.
Shutterstock

49. Wie viel Geld wird gegen Cyber-Kriminalität ausgegeben?

Allein dieses Jahr werden Unternehmen und Regierungen weltweit 93 Milliarden Dollar im Kampf gegen Online-Angriffe aufwenden, so die Analyse-Firma Gartner.

50. Welche Delikte häufen sich bei den Cyber-Kriminellen?

Die beliebteste Tat ist Erpressung. Alle 40 Sekunden wird das IT-System einer Firma angegriffen. Gegen ein Lösegeld wird der Angriff beendet.

51. Hat Cyber-Kriminalität auch etwas Gutes?

Es schafft Arbeitsplätze. Waren 2014 noch eine Million Menschen in der Cyber-Abwehr tätig, sollen es 2021 bereits 3,5 Millionen sein.

52. Wie gut ist die Schweiz für die Digitalisierung gerüstet?

Diese Frage versuchte der Bundesrat in einem 2017 veröffentlichten Bericht über die digitale Wirtschaft zu beantworten. Fazit: «Die laufende Entwicklung ist primär eine Chance für den Wirtschaftsstandort Schweiz.» Denn: «Verschiedene Indikatoren zeigen, dass die Schweiz in Anbetracht der fortschreitenden Digitalisierung in vielen Bereichen gut aufgestellt ist.»

53. Wo sind gesetzliche Anpassungen aufgrund der Digitalisierung nötig?

Der Bundesrat schlägt vor, wegen der Sharing Economy etwa das Mietrecht zu überprüfen; wegen Firmen wie Uber die Vorschriften zum Mitführen von Personen zu überdenken; über die Einführung neuer Mobilitätssysteme nachzudenken; den Zugang von Fintech-Firmen zu erleichtern; allenfalls die Gesetzgebung bei Fusionen zu lockern, damit junge Internet-Firmen rascher gedeihen können; zu prüfen, wie an Hochschulen die Digitalisierung gefördert werden kann; sowie die weltweite Entwicklung zu beachten.

54. Welcher Schweizer Bundesrat hat die meisten Follower auf Twitter?

Alain Berset (99 000), gefolgt von Johann Schneider-Ammann (23 200) und Ignazio Cassis (8234). Die anderen twittern über die Konten ihrer Departemente.

55. Wer ist Schweizer Follower-Star?

Der Tennisspieler Roger Federer. Auf Instagram folgen ihm 5,2 Millionen, auf Twitter 12,3 Millionen, auf Facebook 14,5 Millionen Menschen.