DAS MAGAZIN ZUM
2. SCHWEIZER DIGITALTAG
25. OKTOBER 2018

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DAS MAGAZIN ZUM 2. SCHWEIZER DIGITALTAG 25. OKTOBER 2018

«Lieber ein gutes Passwort statt viele schlechte»
Claudia Mascherin

Sie soll die neue digitale Identität der Schweizerinnen und Schweizer werden. Mit der SwissID können Online-Dienste sicherer und bequemer genutzt werden.

Digitale Identität: Fingerprint und FaceID lösen das Passwort ab.

Herr Naef, wie steht es nach dem Facebook-Skandal um das Vertrauen in die SwissID?
Da SwissID im Gegensatz zu Social-Media-Konzernen explizit nicht mit Kundendaten handelt und die Daten in der Schweiz speichert, spüren wir sogar ein wachsendes Vertrauen. Datensicherheit und Datensparsamkeit hat bei SwissID oberste Priorität.

Sie werden also keine Nutzerdaten auswerten?
Ja, wir werden keine Kundendaten weitergeben oder diese für kommerzielle Zwecke nutzen. Unsere Dienstleistung besteht darin, die Identität der Nutzer – wenn notwendig und gefordert – zu bestätigen und zwar so knapp wie möglich und so ausführlich wie nötig. Welchen Umfang die SwissID hat, bestimmt der Kunde. Er hat jederzeit die uneingeschränkte Hoheit und Kontrolle.

Markus Naef, CEO SwissSign

Was hat der Kunde aktuell davon, wenn er sich eine SwissID zulegt?
Momentan können mit der SwissID Online-Dienstleistungen, welche auf Benutzername und Passwort basieren, einfach und sicher genutzt werden. Hier stehen insbesondere die Angebote der Post und eines ersten grossen Medienhauses im Fokus. Weitere Dienstleistungen werden in Kürze aufgeschaltet. In naher Zukunft können auch Behördengänge und Online-Einkäufe getätigt oder auch Versicherungen abgeschlossen werden.

Ein Login für mehrere Onlinedienste: Die meisten haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihr Passwort mehrmals verwenden. Warum forcieren Sie genau das?
Entscheidend für die Sicherheit ist der Umgang mit Passwörtern. Studien bestätigen immer wieder, dass Nutzer nur ungenügend mit dem Thema Passwortsicherheit umgehen. Bei vielen unterschiedlichen Passwörtern werden diese immer wieder mit Post-it unter die Tastatur geklebt oder ungesichert im Smartphone hinterlegt. Wenn für viele Dienstleistungen nur ein, dafür ein sehr sicheres Passwort eingesetzt wird, reduziert das die Risiken erheblich.

Sind Passwörter bald Vergangenheit?
Eine Tendenz in Richtung anderer Methoden wie etwa Apps, Fingerprint, FaceID etc. ist festzustellen. Die SwissID bietet einige dieser Methoden bereits heute an oder evaluiert sie.

Wie viele Nutzer hat Ihr Dienst momentan?
Stand heute haben sich über eine halbe Million Kunden für die SwissID entschieden. Wir beabsichtigen über die nächsten Jahre über 4 Millionen SwissID-Nutzer zu gewinnen und diesen Zugang zu Hunderten von Dienstleistungen zu ermöglichen.

Wird SwissID den normalen Pass ablösen?
Nein. Die SwissID ist als digitale Identität konzipiert, die Online-Prozesse vereinfacht. Für Reisen wird es wohl auch in Zukunft eine Identitätskarte brauchen. Allerdings: «Sag niemals nie.»