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3. SEPTEMBER 2019

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Mehr Sicherheit dank der SwissID

Kein Login-Chaos mehr. Mit der neuen SwissID sollen Online-Dienste einfacher und vor allem sicherer genutzt werden können.

Ob Banken, Krankenkassen, Versicherungen oder Internet-Shops: Für jede Online-Dienstleistung brauchen Nutzerinnen und Nutzer heute ein eigenes Login. Seit Jahren versucht die Schweiz, diesen Wust an Passwörtern in einem zentralen Login zu bündeln. Der Bund unternahm 2010 mit der SuisseID den ersten Versuch einer digitalen Identität, er investierte 20 Millionen – und floppte. Niemand wollte die SuisseID für 50 Franken im Jahr kaufen, die Einstiegshürden waren zu hoch, die technische Umsetzung zu kompliziert und die Anwendungsbereiche zu limitiert.

Die Rechte an SuisseID übernahm im Jahr 2017 die Post-Tochterfirma SwissSign AG. Als Nachfolgeprodukt lancierte diese die fast gleichnamige SwissID. Daraus entwickelte sich 2018 das Unternehmen SwissSign Group mit mittlerweile 20 beteiligten Unter­nehmen, darunter staatsnahe Betriebe, Finanzunternehmen, Versicherungsgesellschaften und Krankenkassen. Das gemeinsame Ziel: die Etablierung einer sicheren digitalen Identität.

Die SwissID ist für Nutzer und Nutzerinnen kostenlos und die Registrierung deutlich einfacher: Es braucht als ersten Schritt lediglich ein Konto mit Benutzername und Passwort. Dank der SwissID App mit 2-Faktor-Authentifizierung wird der Login-Prozess noch sicherer. Zudem kann der Nutzer in wenigen Minuten eine verifizierte Identität anlegen. Schon heute können die rund 900 000 Nutzer und Nutzerinnen mit einem einzigen Login über 30 unterschiedliche Online-Dienstleistungen nutzen. Darunter diverse Postdienstleistungen, Immobilien- oder Medienportale sowie erste Finanzdienstleister. Mit den Kantonen Jura, Zug und Graubünden setzen auch erste Kantone die SwissID ein. Das vom Bundesrat vorgeschlagene und vom Parlament unterstützte E-ID-Gesetz soll 2020 in Kraft treten. Damit würde der Bund die Rolle als Regulator und Herausgeber der E-ID übernehmen. Auch damit die digitale Identität der Schweiz nicht in ausländische Hände gerät.