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Mit Big DATA Weltmeister werden

Noch steht ein Coach am Spielfeldrand. Längst aber bestimmen im Sport Datenanalysten, wen er aufstellt, wie er spielt – und wer gewinnt.

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In der 113. Minute schoss Mario Götze Deutschland 2014 ins Glück. Viele behaupten allerdings, dass HANA Götze und Co. zu Weltmeistern machte. HANA steht für High Performance Analytic Appliance, dahinter steckt der deutsche Softwarehersteller SAP. Die Kombination aus Software und Hardware ermöglicht die schnelle Auswertung grosser Datenmengen. «Nicht unerheblich» sei der Anteil seiner Firma am vierten WM-Titel Deutschlands, so SAP-Vorstand Stefan Ries. Mit dem fünften wollte es in Russland dann aber nicht klappen. Fussball ist eine Herausforderung für Datenanalysen, da 22 Spieler auf dem Platz stehen und Füsse weniger berechenbar sind als Hände. Gleichwohl unterhalten Topklubs der europäischen Ligen ganze Forschungslabors. Der FC Liverpool verdankt den diesjährigen Sieg in der Champions League nicht zuletzt einer ausgeklügelten Datenabteilung. Über Jahre stellte ein Datenanalyst das Team zusammen.

Seit ein paar Jahren arbeitet Wimbledon- Sieger Novak Djokovic (32) mit dem Datenanalysten Craig O’Shannessy, der für ihn jeden Tennismatch der ATP-Tour analysiert. Anhand der Daten erstellt er für den Serben Landkarten über Stärken und Schwächen der Gegner. Tennis eignet sich besonders gut für Datenanalysen, da es nur einen Gegner zu vermessen gilt, die Geometrie des Feldes klar und die Spieleröffnung mit dem Aufschlag standardisiert ist.

In den USA gewinnen Teams mit Big Data im Basketball, American Football und Baseball. Wobei drei Bereiche wichtig sind: Aufgrund der Daten werden Spielzüge entwickelt und jene der Gegner entschlüsselt; Daten helfen, eine Taktik zu entwickeln; zuletzt ersetzen sie den Scout – Teams werden am Computer zusammengestellt. Zu Beginn der Nullerjahre verpflichteten die Oakland Athletics aufgrund von Daten Baseballspieler, die günstig zu haben waren und unter ihrem Wert spielten. Der amerikanische Ökonom Michael Lewis schrieb darüber 2003 das Buch: «Moneyball: The Art of Winning an Unfair Game», das mit Brad Pitt verfilmt wurde.