DAS MAGAZIN ZUM
3. SCHWEIZER DIGITALTAG
3. SEPTEMBER 2019

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Digitaltag Schweiz 2019

Tutor Thymio

Kleiner digitaler Helfer mit grosser Wirkung. Lernroboter Thymio vermittelt Primarschülern digitale Kompetenz auf spielerische Weise.

Darüber, dass die Digitalisierung in rasantem Tempo unsere bisherigen Strukturen durcheinanderbringt und neue Wege und Denkansätze fordert, herrscht inzwischen Konsens in Politik und Wirtschaft. In den meisten Branchen wird inzwischen konsequent umstrukturiert und umgedacht. Auch Bildung ist ein Schlüsselthema. Schon in den Kindergärten und Schulen soll digitale Kompetenz vermittelt werden, die nächste Generation fit für die Zukunft gemacht werden.

Einer, der dabei helfen soll: Lernroboter Thymio. Am zweiten Schweizer Digitaltag wurde der blinkende Miniatur-Lehrer von der Computational Thinking Initiative (CTI) den Besucherinnen und Besuchern vorgestellt. Für Marc Walder, Gründer von digitalswitzerland, eine Initiative, die ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung ist: «Zwei von drei Primarschülern werden dereinst einen Job ausüben, den es heute noch gar nicht gibt. CTI gibt einen Impuls für die nächsten Generationen.»

Entwickelt wurde der mit viel Brainpower vollgepackte Lernroboter von der Gruppe Mobots der EPFL sowie der Lausanner Kunstschule ECAL. Die Software lieferte das Autonomous Lab der ETH Zürich. Mehr als zehn Jahre tüftelten der Lausanner Professor Francesco Mondada und seine Studenten an seinen Fähigkeiten. Herausgekommen ist der neue Liebling der Schüler und ein echter Tausendsassa. Thymio bringt den Schülern nicht nur Lernstoff und Programmieren bei, sondern auch den spielerischen Umgang mit Robotern, das Übersetzen der «Robotersprache» sowie das Nutzen seiner Fähigkeiten.

Rund 5000 Thymios sind inzwischen schweizweit bereits im Einsatz. Mittelfristig soll der freundliche Lernroboter jedoch an jeder Schweizer Primarschule durchs Klassenzimmer rollen. Mindestens eine Lehrkraft soll zudem in der Lage sein Computational Thinking zu vermitteln, so die Vision der Gründungsmitglieder der CTI – zu denen digitalswitzerland, EPFL, SUPSI und Swisscom zählen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sind einige Investitionen notwendig. Im Rahmen der CTI werden daher verschiedene Massnahmen umgesetzt: Ausbildungsmodule an pädagogischen Hochschulen, schweiz­weite Online-Kurse sowie eine wachsende Anzahl konkreter Projekte in Schweizer Schulen sollen das Feld vorbereiten für eine grossflächige Umsetzung des Konzepts. Damit die kommende Generation bestmöglich für die Zukunft gerüstet ist.