Himmlische Pionierleistung: Die Solar Impulse fliegt über San Francisco. (Getty Images)
Von Max Fischer

Pioniergeist macht das Unmögliche möglich: Die Weltumrundung von Solar Impulse führt zu revolutionären Innovationen im Bereich der E-Mobilität. 

Nur mit Sonnenenergie flogen Bertrand Piccard und André Borschberg Tag und Nacht einmal rund um die Welt. Aber wie war das Ganze eigentlich möglich? Vor und während der Mission geht ABB richtungsweisende Wege. Das Zauberwort: Mikronetze. Diese autonomen Stromnetze werden mit Solar- oder Windkraft betrieben – und sie verfügen über eine Notstromversorgung mit Batterien. Innerhalb von Sekunden können sie ihre Energiequellen wechseln. Solar Impulse ist ein solch fliegendes Mikronetz.

«In den nächsten Jahren werden Mikronetze das Leben von Millionen Menschen verändern», ist ABB-CEO Ulrich Spiesshofer überzeugt. Sie machen Industriefirmen in Regionen ohne Stromversorgung möglich. Oder sie verhelfen – optimiert durch das Digitalangebot ABB Ability – Gemeinden zu Elektrizität, die nicht ans Stromnetz an-geschlossen sind.

E-Tiger im Tank: Auf der Genfer Flughafenlinie wird die schnell­s­te Ladetechnologie eingesetzt, bei Ladesäulen ist ABB Marktführer.

Aus dem Bereich der E-Mobilität gibt es noch über weitere Innovationen zu berichten, etwa das Blitz-Ladesystem. Dieses wird jetzt für Elektrobusse eingesetzt. Für Power sorgt es schon Ende dieses Jahres im Tosa-Elektrobus der Line 23 der Genfer Verkehrsbetriebe. Die schnellste Ladetechnologie der Welt benötigt weniger als eine Sekunde, um den Bus mit der Ladestation zu verlinken. Danach – während die Fahrgäste aus- und einsteigen – wird der Bus 15 Sekunden lang mit 600 Kilowatt geladen. Zum Vergleich: So viel Energie braucht es, um gleichzeitig 10 000 Glühlampen mit 60 Watt zum Leuchten zu bringen. Total 13 Schnellladestationen sind entlang der Vorortslinie an herkömmlichen Haltestellen montiert. Das System verwandelt Städte in Zentren mit weniger Lärm, Staus und Luftverschmutzung.

Im Vergleich zu den jetzigen Dieselfahrzeugen werden in Genf jährlich bis zu 1000 Tonnen Kohlendioxid weniger erzeugt. Noch weiter fortgeschritten ist die Schnelllade-Infrastruktur bei den PKW: Fast 200 Stationen hat ABB dem deutschen Energieanbieter EnBW für den Ausbau des Ladesäulen-Netzes auf deutschen Autobahnen geliefert. Weltweit ist der Technologiekonzern mit mehr als 6000 installierten Ladesystemen Marktführer.

Gut 100 Jahre nachdem die frühere BBC die SBB elektrifiziert hatte, hat die heutige ABB im Bereich der E-Mobilität in der vierten industriellen Revolution die Nase vorn.