Von Kaye Anthon

Wie sind wir künftig unterwegs? BMW und SBB wollen das mit der ETH heraus­finden und beobachten 150 Testfahrer. Dr. Peter Staub ist einer davon.

In fünf bis spätestens zehn Jahren werden in sämtlichen urbanen Überbauungen Ladestationen für Elektroautos stehen», so die Prognose von pom+-CEO Dr. Peter Staub. Er muss es wissen: Der Immobilien-Entwickler beschäftigt sich mit der Zukunft der Immobilienbranche – Staub entwickelt für Kunden wie Roche und UBS Bauten der Zukunft: Vernetzte Gebäude, energiesparende Gebäude, nachhaltige Gebäude.

Die Immobilien- und die Autobranche ent­wickeln sich Hand in Hand: Die heimische Ladestation ist ein Beispiel. Unser Mo­bi­litätskonzept ändert sich – wir wählen Individual- oder öffentlichen Verkehr, wie es gerade am besten passt.

Dr. Staub lebt das künftige Modell schon heute: Dank dem Green-Class-Abo der SBB und BMW steht bei ihm in der Einfahrt seines Einfamilienhauses in Windisch AG ein i3 in Protonic Blue – inklusive schnittiger Ladestation. Damit fährt der CEO in der Regel jeden Morgen zum Bahnhof Brugg, stellt den Elektrowagen auf einen SBB-Parkplatz und reist mit dem Zug 1. Klasse nach Zürich. Von dort gehts zu Fuss oder mit dem Tram in den Technopark, wo Staub vor 20 Jahren seine Firma, das ETH-Spin-Off pom+, gründete. «Eine ideale Kombination», schwärmt Staub. «Das Auto macht Spass: Fahrgefühl, Ausstattung und Beschleunigung stimmen – und im Zug kann ich am Laptop arbeiten.»

Individuell zum Bahnhof, mit dem ÖV ins Büro: Das SBB-Green-Class-Abo überzeugt Dr. Peter Staub. (Thomas Buchwalder)

Die SBB Green-Class-Kombi überzeugt: «Selbst bei strömendem Regen komme ich trockenen Fusses ins Büro.» Aber nicht nur die trockenen Reisewege interessieren Staub, sondern auch die Effizienz: So nehmen die Staubs in die Familienferien ins Tessin den Zug, in der Sonnenstube der Schweiz kommt dann ein Mobility-Auto zum Einsatz – «aber leider nicht immer ein BMW», so Staub augenzwinkernd. Und schon gar nicht immer ein Elektrowagen.

Schritt für Schritt vorwärts ist hier das Motto: «Die Digitalisierung hat mehr Vorteile als Nachteile», ist Staub überzeugt. Modelle wie das SBB-Green-Class-Abo können beispielsweise der Shared Economy einen weiteren Schub verleihen. «Mich interessiert alles, was mit Digitalisierung und Innovation zu tun hat», so Staub.

Die intrinsische Motivation an Innovation habe ihn auch angetrieben, als er nach dem Studium an der ETH die Firma pom+ (der Name setzt sich aus Projekt- und Objekt­management plus Mehrwert für den Kunden und die Umwelt zusammen) gegründet habe, erklärt Staub. «Und Nachhaltigkeit haben wir bewiesen, als wir vom Zwei-Mann-Betrieb bis zur heutigen Grösse mit 70 Mitarbeitenden in der ganzen Schweiz wuchsen – ohne einen fremden Rappen.»


pom+ betreibt an der Europaallee das www.lab100.ch mit SBB Immobilien und Swiss Life Lab. Am Digitaltag können Interessierte in Virtual- und Augmented-Reality-Welten eintauchen.