Das fertige Haus bereits virtuell vor Augen: Augmented Reality wird das Berufs­leben verändern. (Getty Images)

Es entstehen neue Berufe, bestehende Jobs verändern sich. Etwa auf dem Bau: Ein Büezer erhält den Hinweis, dass in einer Röhre der Druck steigt. Während er hineinschaut, erhält er Live-Informationen, was zu tun ist.

Der Architekt sieht das Gebäude in der Landschaft, bevor es gebaut wird. Mit Hilfe einer Brille werden ihm alle relevanten Informationen angezeigt – ist die geplante Höhe an dieser Stelle umsetzbar? – und natürlich kann sich der Auftraggeber gleich auf einen virtuellen Rundgang begeben. Möglich macht das Augmented Reality (AR) – sie reichert die Umgebung mit zusätzlichen Informationen an.

Einsatzmöglichkeiten gibt es auch in der Medizin. Ein Patient liegt mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in der Am­bulanz. Die Informationen des Herz­­mo­nitors erscheinen in der Brille des Sanitäters und werden zusammen mit Kamerabildern ans Spital übermittelt, wo sich ein Spezialist live einschaltet und den Sanitäter bei der Behandlung unterstützen kann. Oder ein Heizungstechniker muss nicht mehr zu uns nach Hause kommen, er kann Anweisungen geben, die wir auf der Brille eingeblendet sehen.

Brauchen wir bei all diesen Möglichkeiten überhaupt noch einen Arbeitsplatz? «Klar kann ich im Zug oder sogar in der Badi arbeiten, aber das Büro bleibt wichtig. Es geht dabei um Zugehörigkeitsgefühl, soziale Kontakte und die Infrastruktur. Vielleicht werden wir einfach nicht mehr so oft im Büro sitzen. Es wird primär zur Begegnungszone, was auch neue Anforderungen an die Unternehmenskultur und die Führungskräfte stellt», erklärt John Rice, Innovation Manager bei Swisscom.

Schon heute könnten 50 Prozent der Schweizer Beschäftigten mobil und ortsungebunden arbeiten, 28 Prozent arbeiten im Home-Office, von den übrigen 72 Prozent möchte das ein Drittel. Ein weiterer Trend ist die Selbständigkeit. 25 Prozent sind hierzulande Freelancer, Tendenz steigend. Mehr Flexibilität im Job ist gefragt. Sowohl was Arbeitsplatz, Arbeitszeiten und den Geist betrifft. Lebenslange Weiterbildung wird wichtig für die persönliche Jobsicherheit.