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3. SEPTEMBER 2019

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Digitaltag Schweiz 2019

Banken in Bedrängnis

Die Digitalisierung baut die Finanzbranche um. Neue Angebote, neue Player, neuer Herausforderungen.

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Vor drei Buchstaben und einer Zahl fürchten sich Schweizer Banken: PSD2. Sie stehen für die im Januar 2018 eingeführte EU-Richtlinie Payment Service Directive 2. Was nichts anderes bedeutet als Open Banking. Über die nächsten Jahre sollen neue Anbieter Zugang erhalten zur Infrastruktur aller europä­ischen Banken, um im Auftrag von Kunden darüber Finanzgeschäfte abzuwickeln. Das soll den Wettbewerb ankurbeln, Kunden preisliche Vorteile bescheren und die Fintech-Startup-Szene begünstigen.

Noch leisten Schweizer Banken Widerstand, bezeichnen PSD2 als unsicher, sperren sich dagegen – und entwickeln alter­native Schnittstellen. Das Projekt Open Corporate API des Gemeinschaftsunter­nehmens SIX Group ähnelt der EU-Richt­linie, verfolgt aber einen anderen Ansatz: Der Datenaustausch soll nicht bilateral zwischen einzelnen Banken und jedem Fintech erfolgen, sondern über eine zentrale Schnittstelle der SIX.

Klar ist: Die Digitalisierung baut die Bankbranche um, sie wird bunter, vielfäl­tiger und internationaler. Silicon-Valley-Riesen wie Google, Facebook und Apple tasten sich seit Jahren vor. Schweizer Banken reagieren auf das veränderte Konsumverhalten und sprechen Kunden über mobile Geräte an – mit einfachen Apps, die den Lohn empfangen und Zahlungen tätigen können. Ebenso drängen ausländische Anbieter in den Schweizer Markt.

Das Geschäft mit Kleinkrediten tätigen zunehmend neue Fintech-Anbieter über Blockchain-Plattformen. Derweilen steigt die Bedeutung der Kryptowährungen. Gemäss coinmarketcap.com gibt es rund 2300 verschiedene Kryptowährungen mit einer Gesamtmarktkapitalisierung von rund 275 Milliarden US-Dollar. Wobei der Wert der alternativen Währung meist dann steigt, wenn die traditionellen Börsen sinken.