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3. SEPTEMBER 2019

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Wer schlägt Shaqiri?
In Kooperation mit Spar

Fussballklubs wie Real Madrid und St. Pauli haben ein Gerät entdeckt, um die Fähigkeiten ihrer Spieler zu verbessern: die Sportstation. Doch nicht nur Profis können von der deutschen Entwicklung profitieren.

Shutterstock

Auf den ersten Blick sieht die Sportstation unscheinbar aus. Und ganz ein bisschen retro. «Noch ist sie eine weisse Kiste», gibt Erfinder Wolfgang Alexander Paes (50) lachend zu. Schmunzelnd fügt er an: «Ich bin der Atari der Bewegung – und ein Visionär.»

Die Sportstation ist also ein Pionier-Produkt. Eine Spielkonsole, bei der die Benutzer nicht vom Sofa aus gegeneinander antreten, sondern im richtigen Leben. Mit viel Bewegung. Und noch mehr Spass.

Das technische Prinzip: Ein Frontlaser und zwei seitliche Lichtschranken bilden
zusammen drei Achsen. Auf diesen können über die Software beliebig viele Messpunkte in einer festgelegten Reihenfolge definiert werden. Dadurch können viele unterschiedliche Laufparcours und Games auf einfache Weise und ohne kompliziertes Aufbauen realisiert werden. Das System erkennt, ob ein Spieler sich im definierten Bereich bewegt oder Fehler macht.

Eines der bekanntesten Sportstation-Games ist der Superdribbler. Dabei muss man möglichst schnell mit einem Ball diverse Pylonen umrunden. Trainiert werden dabei Reaktion, Koordination, Sprintgeschwindigkeit und Dribbeltechnik. Fussballstars wie Lionel Messi und Xherdan Shaqiri haben es ausprobiert. Wer sich wie gut schlug, sehen Sie in der Bestenliste.

Die Sportstation bietet jedoch auch Spiele ohne Fussball, die jedermann, egal ob jung oder alt, in Form oder nicht, absolvieren kann. Denn Paes ist es wichtig, die ganze Bevölkerung in Bewegung zu bringen. Er war einst Bundesliga-Tennisspieler, wurde dann zum Trainer – bis er merkte, dass er die Kinder unter seinen Schülern nicht motivieren konnte. Danach setzte er alles daran, ein Bewegungsmittel zu erschaffen, das den gleichen Reiz und die gleiche Faszination ausübt wie Gamekonsolen.

Für die Entwicklung der Sportstation arbeitete er mit dem deutschen Neurobiologen Gerald Hüther zusammen. «Die Sportstation hat auf das Gehirn den  gleichen Effekt wie die Spielkonsolen», sagt Wolfgang Alexander Paes. Wer einen Parcours fehlerfrei absolviert, bekommt vom Gerät einen Bon mit den Leistungswerten ausgedruckt. Das führt genauso zur Ausschüttung von Glückshormonen wie die Bewegung, der Wettkampf und der Spass am Spiel an sich.

Über die Sportstation-App kann man zudem seine Leistungen in eine Rangliste eintragen und die Klassierung im Auge behalten oder sich über neue Challenges informieren. «Das alles reizt dazu, immer wieder zu spielen», sagt Paes. Sportstation macht also auch süchtig, aber auf eine gute Art.

80 000 Programmierstunden stecken im Gerät. In Spitzenzeiten waren bis zu 40 Softwarespezialisten im Einsatz, Paes’ Partner Robert Ramholz inklusive. Über
2 Millionen Franken hat die Entwicklung bislang verschlungen. Als das Geld knapp wurde, verkaufte Paes sogar sein Haus. Die Sportstation kostet im Moment noch etwas über 10 000 Franken. Deswegen wird sie vorwiegend von Gemeinden oder Vereinen benutzt. Teuer ist vor allem die Messtechnologie. Paes hofft, dass diese in fünf Jahren so günstig geworden ist, dass er für jedermann erschwingliche Geräte anbieten kann.

Lionel Messi
Argentinien
FC Barcelone

5,12 Sekunden

Jonathan Schmid
Frankreich 
SC Freiburg

5,16 Sekunden

Özkan Yildirim
Deutschland 
ehem. Eintracht Braunschweig

5,28 Sekunden

Xherdan Shaqiri
Schweiz
FC Liverpool

5,34 Sekunden

Julian Draxler
Deutschland
Paris Saint-Germain

5,42 Sekunden

Christian Fuchs
Österreich
Leicester City

5,44 Sekunden

Dante
Brasilien
OGC Nizza

5,53 Sekunden

(Photos: Shutterstock, Getty Images (4), AFP, AMA, EPA)

Sportstation zu gewinnen

Im Rahmen des Digitaltags am Dienstag, 3. September, gibt es eine von SPAR gesponserte Sportstation zu gewinnen. Wert: über 10 000 Franken. Wer der Meinung ist, sein Verein oder seine Gemeinde hätte die Sportstation verdient, schreibt ein Mail mit einer originellen Begründung an sportstation@ringier.ch.

Einsendeschluss: Sonntag, 1. September 2019, 23.59 Uhr. Die Teilnehmer mit den besten Argumenten treten am 3. September um 12 Uhr in der Arena von BLICK und digitalswitzerland im Zürcher Hauptbahnhof im Superdribbler-Spiel an.
Wer sich am besten schlägt, gewinnt die Sportstation. Ausserhalb des Wettbewerbs können Interessierte die Sportstation ausprobieren. Ihr Erfinder Wolfgang Alexander Paes ist vor Ort und beantwortet Fragen.

Lichtschranken und Laser stecken den Parcours ab.